Die Medien und die Kraft der Gedanken

Seit Langem beschäftige ich mich damit, wie wir mit unserer Gedankenkraft Realität schaffen. Das ist ja keine Frage des Glaubens mehr, sondern man kann es auf vielen Ebenen auch naturwissenschaftlich darstellen. Dazu schreibe ich diesen Herbst noch ausführlicher. Ich setze jetzt einfach mal voraus, dass meine LeserInnen hier sich dies gut vorstellen können und dem aufgeschlossen gegenüber stehen.

Wenn ich derzeit die Medien durchforste um zu schauen, welche Themen die Menschen gerade bewegen, stelle ich hier in Österreich zwei Themenbereiche fest:

  1. Flüchtlingsthemen

Dies ist durch die schrecklichen Tatsachen der letzten Tage, die verheerenden Zustände in Traiskirchen und der Panikmache von politischer Seite natürlich immer problematisch geschildert. Österreich, das jedes Jahr etwa 38 Millionen Touristen verkraftet, bricht wegen ein paar Tausend Flüchtlingen scheinbar zusammen. Was ist das eigentlich für ein Blödsinn? Da sind Menschen unterwegs, Männer, Frauen und Kinder, die sich großen Strapazen aussetzen und werden hier empfangen, als würde durch sie der ganze reiche Staat ins Straucheln kommen. Das ist doch eine unglaubliche Volksverdummung! Aber Nachrichten machen Stimmungen. Und viele Gedanken und Gefühle, die in eine Richtung gehen, schaffen dann irgendwann einmal Tatsachen. Wenn nicht andere Stimmungen dagegen gehalten werden.

Refugees welcome 2

Ich arbeite ja im Soma – im Sozialmarkt. Gerade der Sozialmarkt in Ternitz ist eine Lichtquelle für die ganze Umgebung. Da tummeln sich viele Menschen, die Bedürftigen helfen, die Spenden nach Traiskirchen fahren, die Obdachlosen Wohnungen beschaffen und Flüchtlingsfamilien bei sich zu Hause aufnehmen. Möglich gemacht wird dies durch eine Gruppe von Menschen, die sich der Nächstenliebe verschrieben hat. Menschen, die einfach helfen, ohne lange zu zögern. Die da sind, wenn es anderen schlecht geht und die immer ein offenes Ohr haben. Daher ist meine Realität mit der künstlich geschaffenen Realität der Medien überhaupt nicht kongruent. In meiner Welt sind Flüchtlinge willkommen, wird ihnen geholfen und Verständnis entgegen gebracht.

Vor wenigen Wochen war ich kurz im Flüchtlingslager in Reichenau/Rax. Ich habe etwas hingebracht und kam unangekündigt an. Derzeit leben dort etwas über 70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Als ich das Haus (eine alte Villa) betrat, herrschte dort wohltuende Ruhe. Im Treppenhaus traf ich ein paar ausgesprochen höfliche und gebildete junge Männer – jeder von ihnen sprach zumindest ein wenig deutsch – die mir halfen, den zuständigen Sozialarbeiter zu suchen. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass dies ein Flüchtlingsheim ist, hätte es ebenso gut ein Eliteinternat sein können. Kein Anschein von undiszipliniertem Verhalten. Nur junge, höfliche Menschen.

All die Idioten, die Flüchtlinge als einen Haufen minderwertiger Menschen darstellt, sollte sich doch mal mit einzelnen Menschen davon unterhalten. Sie wären beschämt, wenn sie erkennen würden, dass diese Menschen ihnen in vielen Bereichen haushoch überlegen sind. Und es ist eigentlich sogar egal. Ob die Menschen, die bei uns Schutz suchen gebildet sind, oder weniger gebildet, ob sie aus reichem Haus oder aus armen Haus stammen, ob sie Muslime, Christen oder Atheisten sind. Sie sind Menschen. Menschen auf der Suche nach dem Glück. Und dies sollten sie doch bitteschön hier finden. Ich wünsche allen Flüchtlingen, dass sie ihr Glück finden dürfen. Die meisten haben so viel Schlimmes erlebt, das reicht für mehrere Leben.

Genau genommen, sollten wir die Menschen abholen und sie sicher zu uns bringen und nicht abwarten, wer die Flucht lebend schafft. Wir sollten nicht zuschauen, wie Menschen ertrinken, ersticken, verhungern, verdursten…….

Aber die Medien erzeugen Angst. Angst, Panik und Hetze. Sobald wir aufhören, dies zu glauben und uns unsere eigene Meinung bilden, indem wir in Kontakt mit diesen Menschen treten, nehmen wir den Hasspredigern wieder ein kleines Stückchen Macht weg und verwandeln es in Nächstenliebe. Dies kann jeder von uns tun.

Und nun kommen wir zum zweiten medialen Thema, das uns dieser Tage bewegt:

2. HC Strache will Bürgermeister von Wien werden – vielleicht sogar Kanzler

Ich fasse es nicht. Einer der dümmsten Menschen überhaupt zieht dies ernsthaft in Betracht. Und die Medien beschreiben dies, als wäre das möglich??? Damit machen sie es zu einem Teil möglicher denn je. Denn die Gedanken infiltrieren das kollektive Unterbewusstsein. Aber jetzt fangen wir doch mal an, selbst zu denken.

Da gibt es einen Typen, der in höchstem Maße beschränkt in seiner Denkwelt ist. Der dümmliche und hasserfüllte Phrasen drischt und den Menschen einredet, dass ihr kleinbürgerlicher Friede in Gefahr sei. Da gibt es immer irgendwelche Feindbilder, die man heraufbeschwören kann. Mal ist es die EU, dann sind es die Grünen, dann kommen die Muslimen, dann sind es Flüchtlinge….und eines Tages vielleicht mal wieder die Juden….hatten wir schon alles. Kennen wir. Brauchen wir nicht mehr.

Und solch ein Typ glaubt ernsthaft, dass er eine Weltstadt regieren kann? Oder sogar ein ganzes Land? Ich lach mich schlapp. Der kann nichts als nur ein „dagegen sein“. Wofür er ist, wissen wir nicht. Wahrscheinlich für ein Volk aus blonden, blauäuigen Menschen…keine Ahnung. Seine eigenen „blauen“ Augen sind auf jeden Fall auf jedem Plakat stark mit Photoshop aufbereitet.

Also, liebe Leute, bitte bleiben wir auf dem Teppich. Herr HCS kann weder Bürgermeister von Wien werden, noch Kanzler. Denn wenn dies geschähe, müssten wir alle vor Scham auswandern.

Glauben wir nicht den Darstellungen der Medien, machen wir uns ein eigenes Bild. Glauben wir nur dem, was wir als Wahrheit erkennen und bleiben wir kritisch gegenüber allen, die uns ihre eigene Wahrheit als unsere verkaufen wollen.

Refugees welcome!!!

Refugees welcome

2 Kommentare zu „Die Medien und die Kraft der Gedanken

  1. “ich hab ja nichts gegen flüchtlinge, aber…”
    rassismus ist keine meinung, sondern ein verbrechen!
    der feige braune mob mit seinen rassistischen mitläufern demonstriert immer öfter vor den flüchtlingsunterkünften und übergriffe auf flüchtlinge sind an der tagesordnung. sie demonstrieren nicht vor den rathäusern, dem bundestagsgebäude oder dem bundes-kanzleramt, nein, sie suchen sich die schwächsten aus. die flüchtlinge. wieso darf man in deutschland wieder öffentlich gegen ausländer hetzen, ohne dass ein aufschrei durch die gesellschaft geht? die schweigende mehrheit findet das jetzt wieder in ordnung?
    https://campogeno.wordpress.com/2015/08/31/rassismus-ist-keine-meinung-sondern-ein-verbrechen/

    1. Man sollte das nicht dürfen und es ist gut, wenn sich alle auf die Beine stellen, die diese schreckliche Meinung nicht mittragen. Hier in Österreich erleben wir gerade, wie die anfängliche Hetze sich plötzlich in tätige Mithilfe für die flüchtenden Menschen verwandelt. Das funktioniert nur, wenn genügend Menschen ihre Meinung dazu sagen. Und Du hast Recht: Rassismus ist ein Verbrechen.
      Das sehe ich auch so.

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