Hochbegabung ganz praktisch gesehen

Da meine Artikel über Hochbegabung bei Erwachsenen zu den meistgelesenen gehören, möchte ich gleich noch ein paar Gedanken dazu formulieren.

Wie ich in früheren Artikeln schon ausgeführt habe, sind die meisten erwachsenen Hochbegabten unerkannt. Sie wissen nichts davon. Vielleicht ist dem einen oder anderen schon einmal der Verdacht gekommen, der dann meist wieder schnell zur Seite gelegt wird.

Welche Bedeutung hat Hochbegabung im alltäglichen Leben?

Aus meiner Sicht ist Hochbegabung eine Herausforderung, uns den Dingen, die unser persönliches Interesse wecken, intensiv zuzuwenden. Es ist dringend notwendig, dass die Menschen, die aufgrund ihrer Begabung in der Lage sind, sehr komplex und abstrakt zu denken, dies auch tun.

Probleme unserer Welt lösen

Unsere Welt und wir als Menschheit sind heute in einer Situation, in der die Erde noch nie war. Wir sind viele Menschen, verbrauchen unendlich viele Ressourcen und richten eine Menge Schaden an. Viele dieser Menschen gehen dumpf durch den Tag. Rudolf Steiner formulierte es so, dass viele Menschen schlafend durchs Leben gehen. Und dies ist immer noch aktuell. Es gibt einen Großteil Menschen, der sich bedenkenlos im Strom mittreiben lässt und sich nicht die Mühe macht, eigene Gedanken zu entwickeln.

Aufforderung an die Hochbegabten, Lösungen zu finden

Und all die Menschen, die mit einem glasklaren Verstand und vielleicht sogar noch einer erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit ausgestattet sind, sind geradezu verpflichtet, sich Gedanken über die Lösungen unserer Probleme zu machen.

Besondere Herausforderung an das Denken

Es geht längst nicht mehr darum, möglichst ökonomische Lösungen zu finden. Es geht darum, möglichst menschen-gemäße Umstände zu schaffen. Wir sind herausgefordert – jeder in seiner Möglichkeit – uns Gedanken zu machen, wie wir es erreichen können, dass wir unseren Planeten schützen, die uns anvertrauten Lebewesen gebührlich behandeln und dass wir dafür sorgen, dass alle Menschen ein würdiges Leben führen können.

Probleme der Anderen sind unsere Probleme

Irgendwo stand in einem Buch von Rudolf Steiner, dass der zukünftige Mensch nicht mehr glücklich sein kann, solange andere Menschen noch unglücklich sind. Und ich finde, genau dies ist der Ansatz. Ich kann kein sattes, zufriedenes Leben führen, solange mir bewusst ist, dass dies nur einem kleinen Prozentsatz der Menschen möglich ist. Es muss uns bewusst sein, dass dies ebenfalls eine Aufgabe an die Hochbegabten und an alle Menschen stellt, dass wir uns überlegen, wie wir diese Misstände beenden. Dafür bedarf es der Möglichkeit der intellektuellen Abstraktion. Jeder Mensch kann gute Taten tun, dafür braucht es ein offenes und liebendes Herz. Aber eine Gruppe von Menschen kann Bewegungen initiieren, kann andere Menschen begeistern und an die Hand nehmen, kann Aktionen planen, kann soziale Unternehmen gründen, kann die Menschen aufrütteln durch Publikationen, durch Interviews, durch Aktionen.

Hochbegabung ist kein onanistisch-elitäres Statussymbol

Menschen, die in der Lage sind, in manchen Bereichen (meist betrifft es nur Teilbereiche) große denkerische Leistungen zu vollbringen, sollten sich nicht in weltfremden Elitärzirkeln zusammenfinden, sondern sich bewusst machen, dass sie nicht ein Statussymbol mit sich herumtragen, sondern vielmehr eine Verpflichtung. Wer soll die Umstände ändern, wenn nicht wir Menschen an der Basis dies tun? Wollen wir auf einen politischen Umschwung warten, der plötzlich Fairness und Menschlichkeit an erste Stelle stellt? Wollen wir darauf warten, dass Konzerne plötzlich erkennen, welchen Schaden sie anrichten?

Die Veränderung wird nicht von „oben“ kommen

All die politischen und wirtschaftlichen Strukturen sind bereits so weit entmenschlicht, dass wir darauf nicht hoffen können. Die Menschen, die sich dort zusammenfinden, sind in ihren (vermeintlichen) Sachzwängen gefangen. Derjenige, der da eine echte Veränderung initiieren wollen würde, wäre nicht lange an seiner Position. Die Veränderung muss von „unten“ kommen, von den Menschen, die bisher denken, dass sie nichts verändern können.

Nur wir einzelne Menschen können den Umschwung schaffen

Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass Umschwünge von vielen Menschen initiiert, in rasender Geschwindigkeit stattfinden können. Weltweit sind viele Bewegungen bereits im Gange. Menschen tun sich zusammen um Veränderungen herbei zu führen. Diese einzelnen Gruppen von Menschen sind quasi nicht vernetzt, agieren aber trotzdem im Sinne eines großen Ganzen.

Vernetzung über das morphogenetische Feld

Aus meiner Sicht sind diese Menschen eben doch vernetzt. Auch wenn sie sich nicht kennen, nicht miteinander sprechen oder Emails schreiben. All diese Menschen senden ihre Impulse in das morphogenetische Feld. Die Summe dieser Impulse dort kann wiederum von anderen Menschen empfangen werden. Dies geschieht meist nicht bewusst, sondern Impulse aus dem morphogenetischen Feld kommen entweder im Schlaf, oder sie kommen im Zwischenreich zwischen Schlafen und Wachen. Nur wenige Menschen sind in der Lage, diese Information mit dem vollen Tagesbewusstsein abzurufen,

Vernetzung über das morphogenetische Feld bedeutet, dass jeder von uns, der ein noch so kleines Projekt initiiert, vom ersten Moment an nicht alleine ist. Ein Teil seines Bewusstseins fängt all die Impulse und Signale der anderen Menschen ein, die mit ähnlicher Intention tätig sind. Wenn wir uns dessen bewusst sind, erwächst in uns eine neue Kraft. Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass wir kleine, einzelne, machtlose Wesen sind. Es wird uns bewusst, dass wir – jeder einzelne von uns – diesen feinstofflichen Strom nähren, der eines Tages den großen Umschwung bringen wird. Jeder Mensch wird, entsprechend seiner Fähigkeit, gebraucht.

Wer nun für sich erkannt hat, oder auch nur vermutet, dass er in einigen Bereichen zu besonderen Denkleistungen fähig ist, sollte nicht narzisstisch sein und sich elitär und abgehoben durchs Leben bewegen, sondern er sollte sich so rasch wie möglich in den Strom des Lebens stellen, der den Umschwung, zum Wohle der Erde und aller Wesen, bringen wird.

 

 

 

4 Kommentare zu „Hochbegabung ganz praktisch gesehen

  1. wieder mal ein sehr kluger Beitrag – es tut so wohl, wenn Menschen etwas aus der Verbindung und mit Mut wagen – gestern waren wir im Film Live and let live über Veganismus und da wurde viel über diese Verbindung gesprochen und braucht nicht hochbegabt zu sein um zu erkennen, dass eine vegane Ernährung der wesentliche Beitrag für den Weiterbestand unserer Erde ist und der einzige Weg das Leid unserer lieben Tierbrüder und Schwestern zu beenden….

  2. Danke liebe Beatrix. Du triffst es auf den Punkt. Vegane Ernährung wird der einzige Weg sein, wie wir einen Großteil des Leides beenden können.

  3. Vielen Dank für diesen Beitrag, er hat mir das bestätigt, was ich schon seit langem für mich selbst festgestellt hatte. Ja, es stimmt, die Menschen sind vernetzt, die sich nicht kennen, aber die gleichen Ansichten teilen. Interessant, dass nun aus einer ganz anderen Richtung bestätigt wird, dass Hochbegabte eine Verantwortung tragen und wichtige Sufgaben haben, von denen viele noch nichts ahnen.

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