Rauhnächte und Neustart

Wow, zwei Jahre lang habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das ist verrückt! Die Zeit war so erfüllt und gefüllt, dass mir das gar nicht bewusst war. Aber nun möchte ich gerne einen Neustart hier wagen.

Die Rauhnächte eignen sich so gut dazu, das Vergangene zu überdenken und das Neue ins Leben einzuladen. Dieser Blog hat es wirklich verdient, weitergeführt zu werden, denn ich merke an der ununterbrochenen Frequenz der LeserInnen, dass dies offenbar Themen sind, die bewegen.

Und so ist es mit allen Dingen: Wir können in den Rauhnächten gut überlegen, was wir ins Neue Jahr mit hinein nehmen möchten, und was wir lieber zurück lassen.

Was ich zurücklassen möchte:

Selbstausbeutung

Ich möchte mich nicht mehr immer selbst antreiben und auch nicht angetrieben werden. Bis zu einem gewissen Grad ist das ja in Ordnung, aber in unserer Gesellschaft ins nichts so anerkannt, wie die gnadenlose Selbstausbeutung, die wir immer wieder betreiben. Ich möchte einen Paradigmenwechsel – ich möchte, dass es leicht gehen darf und dass ich besser lerne auf meine Impulse zu hören. So oft denke ich, dass ich gerne dieses oder jenes tun möchte, erlaube es mir aber nicht, weil ich vorher noch dies oder das tun muss. Das Ende vom Lied ist dann oft, dass ich beides nicht getan habe. Das möchte ich nicht mehr. Ich möchte mir erlauben, meine Impulse ernst zu nehmen und ihnen zu folgen.

Sorgen

Ich merke, dass ich mir über bestimmte Dinge immer wieder Sorgen mache. Das ist fast immer das gleiche Thema und das zieht sich schon durch Jahre und Jahrzehnte. Ich möchte mich von diesen Gedanken, die sich bereits in mir verselbständigt haben, im Jahr 2019 verabschieden. Diese Gedanken haben keinen Platz mehr in meinem Leben.

Zeitfresser

Ich möchte mich von Menschen verabschieden, die in meinem Leben meine Zeit stehlen. Nach deren Besuch ich mich müde und ausgelaugt fühle und die mir seit Jahren die gleichen Geschichten erzählen. Das möchte ich nicht mehr. Ich möchte meine kostbare Lebenszeit gerne mit Menschen verbringen, die etwas zu sagen haben, die mit sich selbst ringen und die bereit sind, ihre Komfort-Zone zu verlassen.

Dazu habe ich vor einigen Tagen einen wunderbaren Text geschickt bekommen, den ich Euch gerne mitgeben möchte:

Er stammt von Mario de Andrade, Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler

Meine Seele hat es eilig

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt,

dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: Die ersten isst es mit Vergnügen,

aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, beginnt es sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und interne Vorschriften besprochen werden,

in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.

Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren.

Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile.

Ohne viele Süßigkeiten in der Packung

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.

Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.

Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, andere zu berühren.

Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten durch sanfte Berührung der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es sehr eilig, ich habe es eilig mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn Du erkennst, dass Du nur eines hast.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen wunderschönen 22. Dezember

Manuela

2 Kommentare zu „Rauhnächte und Neustart

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