Erntesegen

Ich war gestern bei einem Bio-Bauern und habe mich mit Gemüse eingedeckt, das ich jetzt wohlbehütet im Keller lagere.

Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Weißkohl, Petersilwurzeln, rote Rüben und gelbe Rüben. Außerdem habe ich mir noch Honig und Dinkel mitgenommen. Welch ein schönes Gefühl! Meine Kellerregale sind voll mit biologischen Lebensmitteln ganz aus der Region. Milch und Eier bekomme ich regelmäßig geliefert. Die Milch ist von Kühen, die ihre Hörner behalten durften und die Eier sind von Bio-Hühnern, die von einem lieben Menschen gekauft werden, wenn ihre Hauptlegezeit schon vorüber ist und sie eigentlich zum Schlachter müssten. Sei leben somit auf einem Gnadenhof. Und sie legen dort auch. Vielleicht nicht so viel, wie sie in ihren besten Tagen gelegt haben, aber sie leben in Freiheit mit einem Hahn und viel Auslauf. Ich denke, das ist ein gutes Hühnerleben.

Und mir macht es große Freude, diese wertvollen Lebensmittel zu verarbeiten und meine Familie damit zu bekochen. Wie anders ist dies von der Qualität, wie wenn ich lieblos geerntete Waren aus dem Supermarkt kaufe. Ich vermute zumindest, dass sie lieblos geerntet wurden. Auf jeden Fall werden sie lieblos übers Band gezogen.

Wie anders hat gestern die Bäuerin das Gemüse gewogen, kommentiert und behandelt. Sie ist stolz auf das, was sie geerntet hat und ich bin froh, dass ich sie mit dem Kaufpreis unterstützen kann. Ich sehe diesen Preis als Investition, dass sie wieder und wieder Samen in die Erde legt und kostbares Gemüse davon zieht. Es hat für mich etwas in die Zukunft gerichtetes.

In Anbetracht von TTIP und anderen Absichten, von Monsanto und Billigfleisch, bin ich froh, dass ich noch die Möglichkeit habe, meinen Kindern und auch uns Erwachsenen so wertvolle Nahrungsmittel zu servieren. Wenn alles zusammenbricht, wird es genau das sein, was wir am dringendsten vermissen: Lebensmittel, die diesen Namen verdienen. Wir werden weder Geld noch Ruhm noch Status essen können. Und ein wenig hoffe ich, dass der direkte Kauf beim Bauern und der Bäuerin dazu führt, dass diese sich noch sehr lange die Mühe machen, zu säen und zu ernten.

Genau das ist für mich die alltägliche Spiritualität. Nicht nur sitzend in der Meditation oder weit abgehoben in geistigen Welten, sondern ganz pragmatisch in der Küche und im Keller findet Spiritualität ebenfalls statt.

Vielleicht mögt Ihr Euch auch umsehen, wo es in Eurer Nähe einen Bauern oder eine Bäuerin gibt, von denen ihr gute Nahrung kaufen könnt.

Liebe Grüße zum Wochenbeginn

Manuela

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