Die Leiden der Hochbegabten

Hochbegabte müssen sich nicht verstecken!

unerkannte Hochbegabung

Woran erkennt man eigentlich, dass man hochbegabt ist?

Aus meiner Sicht sind ganz viele Menschen hochbegabt, ohne dass sie auch nur den blassesten Schimmer davon haben.

Allen gemeinsam ist das Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Sie schauen neidisch oder voller Bewunderung auf all die Menschen in ihrem Umfeld, die scheinbar mühelos wissen, was sie jeweils zu tun haben. Diese Menschen im Umfeld haben einen anständigen Beruf gelernt, in dem sie es – je nach Fleiß – auch wirklich zu etwas gebracht haben.

Die Hochbegabten haben so viele Interessen, dass sie sich einfach nicht entscheiden können

Hochbegabte Menschen interessieren sich für tausend Dinge. Wenn man die Bücherregale von Hochbegabten studiert, dann findet man Bücher über spirituelle Themen, neben Büchern über Quantenphysik, Bücher über Pflanzen neben Bücher über umweltfreundliche Energie. Da gibt es ein riesiges Spektrum an Themen und meist irren die Hochbegabten von Thema zu Thema.

Hochbegabte haben meist etliche Ausbildungen –  und fangen (meist) nichts damit an

Das liegt meist daran, dass sie für ihren eigenen Anspruch noch lange nicht so gut und so perfekt sind, wie sie es gerne wären. Das liegt auch daran, dass sie nach Abschluss einer Ausbildung auch schon wieder das Interesse an diesem Thema verloren haben, weil sie ein neues Thema gefunden haben, das sie jetzt ganz in seinen Bann zieht. Dieser Bann hält erfahrungsgemäß aber nicht allzu lange.

Hochbegabte fühlen sich oft als Versager

Aus diesem Grund schaffen viele der Hochbegabten nicht, sich lange genug auf ein Thema zu begrenzen, bis sie damit Fuß gefasst haben. Sondern sie sind begeistert, fangen an, finden das nächste Thema, sind schon wieder begeistert….und so fort.

Was könnte helfen?

Zuerst müssen Menschen, die sich in diesem Text hier wiederfinden, akzeptieren, dass sie zwar definitiv anders ticken als viele andere Menschen – aber nicht falsch! Anderssein bedeutet in diesem Kontext, sich anzunehmen wie man ist. Zu erkennen, dass man in diesem Leben wahrscheinlich kein Thema finden wird, das einem genug geistige Nahrung bietet um sich Jahre und Jahrzehnte damit beschäftigen zu können.

Hochbegabte können Vieles machen

Sie müssen dafür aber ihren eigenen Anspruch an sich selbst kritisch betrachten. Niemand, ob hochbegabt oder nicht, ist ein am Anfang einer Sache ein Vollprofi. Der Anspruch, den viele Hochbegabte an sich selbst stellen, ist oftmals komplett überzogen. Da gilt es, sich immer und immer wieder zu sagen, dass es okay ist, am Anfang nicht alles gut und perfekt zu machen, dass es okay ist, Fehler zu machen.

Hochbegabte dürfen Vieles machen

Es ist auch ganz wichtig, dass dieser Lehrsatz, der durch unser aller Köpfe geistert: „Man muss sich auf ein Thema beschränken!“ für Hochbegabte nicht gilt. Sie würden unglücklich und unzufrieden werden. Hochbegabte müssen die Möglichkeit haben sich vielen Herausforderungen zu stellen.

Wie viel ist zu viel?

Das ist unterschiedlich. Ich selbst merke immer, dass weniger als drei Themen zu wenig sind, aber mehr als fünf Themen sind zu viel. Das muss jeder für sich selbst heraus finden. Wo bin ich in meiner Kraft? Mit wie vielen Themen bin ich in meinem Potential? Und wo fange ich an, alles nur noch halb zu machen? Wo beginnt das Leben extrem stressig zu werden, weil ich das Gefühl haben, der Tag hat zu wenig Stunden?

Themen dürfen auch ins Regal wandern

Wir müssen nicht alle unsere angefangenen Themen zu Ende führen. Barbara Sher hat in ihrem (übrigens sehr empfehlenswerten) Buch  „Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast“  Methoden vorgestellt, wie die vielseitig interessierten Menschen ihre Themen verwalten können. Sie dürfen sich durchaus ein „Regal der angefangenen Projekte“ anlegen, in dem sie alles verstauen, was sie vielleicht nie mehr, vielleicht später zu Ende führen wollen.

Wir müssen uns für angefangene Themen nicht schämen

Das ist vielleicht die allerwichtigste Erkenntnis. Hochbegabte müssen raus aus diesem Gefühl, nicht so leistungsfähig, diszipliniert, zielstrebig wie andere Menschen zu sein. Die Richtlinien, die für andere Menschen gelten, gelten nicht für Hochbegabte.

Aus der Freiheit entstehen gute Projekte nicht aus dem Gefühl, etwas zu Ende führen zu müssen

Wenn ein hochbegabter Mensch sich der inneren Freiheit bewusst ist, und aus seinem ganzen Potential heraus agiert, dann erhält das Leben eine neue Qualität. Freude und Leidenschaft treten an die Stelle von Scham und Versagensgefühlen. Das ist der Boden, auf dem die kostbaren Projekte wachsen können.

2 Kommentare zu „Die Leiden der Hochbegabten

  1. Danke für diesen sehr tröstlichen Beitrag. Es ist einfach ein herrliches Gefühl mehr als ein Thema zu bearbeiten und auch aus verschiedenen bereichen,. Kunst, Gesundheit,Philosophie…. Usw. Ich habe auch zu oft den quatsch gehört, von dem sich entscheiden müssen und ein Leben lang durchhalten…… So ein Unsinn! Menschen sind verschieden und auch ihre Bedürfnisse. Dank an dich Schreiber

    1. Liebe Undine – was für ein schöner Name!

      Danke für Deinen Kommentar. Ja, Menschen sind verschieden und es ist ganz wichtig, dass wir uns diese Verschiedenheit erlauben. Wenn wir im Mainstream mitschwimmen, verraten wir uns selbst.
      Liebe Grüße
      Manuela

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